Samstag, 5. Mai 2012

Dr. Titel kaufen - Titel sind Schall und Rauch

Es ist ein wenig zum Volkssport geworden. Dr. Titel kaufen, denn sie verleihen Ansehen und ein besseres Standing in der Gesellschaft. Doch viele Titel sind nicht echt.

Die einen sind wenigstens so konsequent und kaufen sich die Titel direkt, die anderen schummeln und versuchen bis zu letzt die Illussion vom echten Titel aufrecht zu erhalten. Mittlerweile sind bereits viele Politiker über Ihren Schwindel mit dem Titel gestolpert und mussten ihre Karrieren, zumindest zunächst, auf Eis legen. Prominentestes Beispiel in diesem Zusammenhang ist wohl Karl Theodor zu Guttenberg. Nach dem Schock des Titelverlustet und dem verlorenen Gesicht ist er erst einmal ins amerikanische Exil geflohen. Doch ich bin mir sicher, dass wir zu Guttenberg in Kürze wieder auf der politischen Bühne erleben werden und seine politische Karriere wird weiter gehen.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
Bild von http://www.flickr.com/photos/augustinfotos/

Denn Skandale und Verfehlungen vergessen die Menschen immer ziemlich schnell. Und was noch erschwerend hinzu kommt ist, dass die Menschen das auch genauso schnellt vergeben. Wenn die Show drumherum noch stimmt, dann nimmt man den Betrüger wieder mit offenen Armen auf und macht ihn womöglich noch zum Kanzler.
Doch soweit sind wir noch nicht. Wenn mittlerweile sogar Groupon falsche Titel im Sonderangebot anbietet, sollte auch der letzte erkennen, dass Titel oft nur Schall und Rauch sind.

Was im Endeffekt zählt ist, dass was der Mensch dahinter zeigt, was er leistet und wofür er einsteht. Wenn jemand betrügen muss um etwas darzustellen, was er nicht ist, muss man davon ausgehen, dass er nicht sonderlich tugendhaft ist.
Man sollte die Menschen nach den Leistungen beurteilen und nicht nach Titeln. Denn diese sind nicht immer repräsentativ. Manche arbeiten Jahre lang hart an diesen Titeln und andere Zücken nur ihre Geldbörse und leisten nichts. Wenn das so weiter geht, dann kann man einen Titel nicht mehr für voll nehmen, gerade, wenn jemand mit guten finanziellem Backround einen solchen Titel trägt.

Doch das Phänomen bezieht sich nicht nur auf Dr. Titel kaufen, nein, es geht mittlerweile sogar um andere Hochschulabschlüsse. So könnte nun dem neuen Yahoo Chef Scott Thomson zum Verhängnis werden, dass er keinen Bachelor in Computerwissenschaften hat.

Das Thema wird uns mit Sicherheit immer wieder begleiten, denn solage ein Titel ein höheres Ansehen genießt, solange werden auch Betrüger versuchen sich damit zu schmücken.

Freitag, 4. Mai 2012

Die katholische Kirche und das Zölibat

Die Kirche rühmt sich immer damit für die Menschen da zu sein und moralisch immer das Richtige zu tun.
Dass dem nicht so ist, weiß mittlerweile fast jeder, auch wenn es die meisten nicht wahr haben wollen.

Es ist in meinen Augen sowieso falsch zu behaupten, dass manche Menschen tugendhafter als andere sind, nur weil sie einen bestimmten Beruf oder auch einer Berufung nachgehen. Das schließt selbstverständlich Priester, Polizisten, Richter oder auch Politiker ein. Bei all diesen Menschen wird davon ausgegangen, dass sie sich moralischer, also besser, verhalten als andere. Doch das stimmt nicht. Nur weil jemand Polizist wird, oder Priester, ist er doch nicht automatisch ein besserer Mensch. Diese Menschen haben genau diesselben Stärken und Schwächen wie alle anderen auch.

Christus
Bild von http://www.flickr.com/photos/curtisandrist/

Diese Eigenschaften beinhalten selbstverständlich auch Bedürfnisse. Es liegt in der Natur der Menschen, dass sie essen und trinken müssen. Spielen, in welcher Form auch immer, zählt ebenso dazu. Und ein ganz wichtiger Faktor ist die Sexualität der Menschen. Ohne diese gäbe es uns alle nicht.
Mit welchem Recht geht also die katholische Kirche hin und verlangt von den eigenen Priestern, Nonnen und Mönchen abstinent zu leben? Das ist alles andere als im Sinne der Menschen. Es ist unnatürlich und treibt entsprechend auch merkwürdige Blüten. Was passiert mit den Trieben, die in uns allen stecken, wenn diese massiv unterdrückt werden? Ich sage mal: Nichts Gutes!
Es ist unbestritten, dass im Namen Gottes und der Kirche schon unendlich viele Greueltaten und Schandtaten passiert sind. Dies wird in meinen Augen gefördert indem man künstlich Menschen in ihrem Denken und Handeln beschneidet.
Ich will die Kindesmissrauchsfälle in der Kirche nicht rechtfertigen, in meinen Augen zieht das Priesteramt sogar Menschen mit gestörter Sexualität an. Meine Meinung ist nur, dass man das Natürliche im Menschen nicht unterdrücken sollte.

Das Zölibat ist ein Relikt aus längst vergangenen Tagen und gehört abgeschafft. Was die meisten Menschen immer noch verkennen ist, dass Religion, gleich welcher Ausprägung, ein Produkt der Menschen ist. Es ist nichts göttliches daran. Das schließt die Regeln mit ein. Das Zölibat ist entsprechend eine Regel, die vermutlich von eifersüchtigen Menschen erstellt wurde. Die Bischöfe in grauer Vorzeit waren schließlich auch alles andere als keusch.
Die Kirche beruht auf längst veralteten Grundlagen und gehört tüchtig reformiert. Das ist zumindest meine Meinung.
Allen ein schönes Wochenende...

Donnerstag, 3. Mai 2012

Apple vs Samsung - Richterin mahnt Reduzierung des Umfangs der Patentklagen an

Die beiden Streithähne Apple und Samsung wollen eigentlich an den Verhandlungstisch zurückkehren und eine Lösung für die Patentkriege finden.

Jetzt kommt langsam wieder Schwung in die festgefahrene Situation. Im Sommer soll der Fall in Kalifornien verhandelt werden. Die zuständige Richterin Lucy Koh hat nun allerdings beide Parteien aufgefordert den Umfang der Klagen zu verringern. Das aktuelle Maß der Forderungen sei nicht mehr zu überblicken und in diesem Zusammenhang hat die Richterin den beiden Parteien quasi die Pistole auf die Brust gesetzt.
Sollte der Umfang nicht bis Montag reduziert sein, so könnte sich der Prozessauftakt um einige Monate verschieben und erst im nächsten Jahr stattfinden.

Samsung Mobile Free Show At Union Station - Metric
Bild von http://www.flickr.com/photos/jkarpala/

Ob das im Sinne von Apple und Samsung ist kann ich mir nicht vorstellen. Ich vermute, dass diese weltweit ausgetragenen Patentkriege langsam aber sicher auch an die Substanz der Beteiligten geht. Nicht in monetärer Hinsicht, sondern eher an den Nerven der CEOs zehrt. Ich vertrete ohnehin die Meinung, dass diese elendigen Patentstreitigkeiten keinen Mehrwert generieren, sonden nur Innovationen behindern und letztendlich auch dem Geschäft schaden.
Doch wie ich hier schon angemerkt habe, sehe ich Apple früher oder später auf dem absteigenden Ast. Wenn jemand seine Felle davon schwimmen sieht, dann wird es schnell mal unfair.

Meine Hoffnung ist nun allerdings, dass Apple und Samsung sich doch noch besinnen und sich einigen, damit sie sich wieder auf ihr Kerngeschäft besinnen können.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Musikindustrie - getrieben von Gier

Wie kann es sein, dass ganze Industriezweige die Entwicklung des Internets völlig verschlafen haben?

In den Köpfen von einigen Vorständen dürfte das Internet immer noch als neumodischer Kram ohne Zukunftsperspektive angesehen werden. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich einige Zweige bis heute weigern mit der Zeit zu gehen und endlich einzusehen, dass sich die Welt geändert hat. Wenn sie das tun würden, dann müssten sich auch einsehen, dass die eigenen Geschäftsmodelle veraltet sind und einer Renovierung bedürfen.
Die Musikindustrie ist hierfür ein passendes Besipiel. War es in den letzten Jahrzehnten notwendig ein Album aufzunehmen, zu produzieren, zu verpacken, zu versenden und in einem Geschäft mit Miet- und Personalkosten zu verkaufen, so entfallen diese Schritte heute. Wenn ein Album in digitaler Form vorliegt, kann man es eine Million Mal oder eine Milliarde Mal kopieren, ohne hierfür irgendwelche Produktions- oder Transportkosten zu haben. Aus welchem Grund soll dann ein Album soviel kosten wie die CD im Laden?
Das könnte man eventuell noch als Gewohnheit der Industrie und netten Versuch abtun die eigenen Interessen zu wahren. Dass aber mit aller Macht daran gearbeitet wird die veralteten Geschäftsmodelle beizubehalten und alles neue zu verteufeln und eine Hexenjagd auf die Nutzer von neuen technischen Möglichkeiten zu veranstalten finde ich schon fast kriminell.
Das sind die Gesetze von freier Marktwirtschaft. Wenn sich ein Markt ändert, muss man sich anpassen oder untergehen. Warum soll das nicht für das Internet gelten?

Danbo hört Musik
Bild von http://www.flickr.com/photos/fcstpauligab/

Für die Musikindustrie sehe ich das so, dass die Gelddruckerei mit den Albenverkäufen eine Ende hat. Es muss mit Konzerten und Merchandising ein Mehrwert für die Fans geschaffen werden. Anstatt die Fans wie Schwerverbrecher zu jagen, weil sie die eigenen Produkte konsumieren und zu Multiplikatoren werden, sollte man diese auf die eigene Seite ziehen und hofieren.
Was viele Anbieter von Produkten vergessen, ist die Tatsache, dass die Unternehmen nur existieren weil die Kunden und Fans die Marke oder den Künstler groß machen und nicht umgekehrt.
Wenn ein Autoproduzent schlechte Autos baut, dann kauft die keiner. Wenn es schick wird mit dem Fahrrad zu fahren und Autos nicht mehr gebraucht werden, dann werden die Autoproduzenten mit Sicherheit Fahrräder produzieren und nicht jeden verklagen, weil er nicht mehr die eigenen Autos kauft. Obwohl vermutlich werden erst einmal staatliche Subventionen gefordert um das veraltete Geschäftsmodell mit den Autos mit Milliarden von Steuergeldern zu Grabe zu tragen.

Meine Meinung ist einfach, dass man nicht immer versuchen sollte die Fortschritte zu boykottieren, sondern Innovationen zulassen sollte. Nur so war es möglich, dass sich unsere Gesellschaft weiter entwickelt.

Dienstag, 1. Mai 2012

Von Hackern und Unternehmen

Immer wieder hören und lesen wir Schlagzeilen über sogenannte Hacker. Doch was sind genau Hacker und wie ist ihr Verhältnis zu den Unternehmen, deren Produkte sie hacken?

Im vergangenen Jahr wurde ein Hacker weltberühmt, der sich selber Geohot nennt. Er ist bekannt geworden mit seinen Hacks für die Playstation 3. Er hat das System der Playstation sozusagen befreit. Von den Unternehmen, in diesem Fall Sony, kennt man ja bereits, dass sie Hardware entwickeln und herstellen. Sie haben ganz konkrete Vorstellungen, was die Hardware kann und was die Kunden damit anstellen sollen. Manche dieser Kunden erkennen aber noch viel größeres Potential in den Geräten und andere Anwendungsszenarien als es die Hersteller vorgesehen haben. Wenn dann noch Programmierfähigkeiten und ein wenig Kreativität und Geschick hinzu kommen, dann nennt man diese Kunden Hacker. Sie suchen nach weiteren Möglichkeiten und eventuell auch Schlupflöchern und nutzen diese. Dass das nicht immer im Sinne der Hersteller ist kann man sich vorstellen.
Nehmen wir zum Beispiel Apple. Mit dem iPhone und dem iPad hat das Unternehmen aus Cupertino zwei sehr schlagkräftige Produkte im Angebot, welche das immense Wachstum von Apple die letzten Jahre begründet haben. An dem Verkauf der Geräte allein verdient Apple allerdings gar nicht mal so viel. Zumindest nicht soviel um das wertvollste Unternehmen der Welt zu werden. Der eigentliche Gewinn rührt aus den Verkäufen im Appstore. Apple hat ein eigenes Ökosystem rund um die eigenen Geräte aufgebaut, an welches die Kunden gebunden sind. Wenn man also ein Programm, eine sogenannte App, auf dem iPhone installieren möchte, muss man das über Apple abwickeln und an Apple bezahlen. 0,79 Cent hier, 3,99 dort. So kommen die Milliardengewinne von Apple zustande.

Wenn jetzt so ein dahergelaufener Hacker kommt und das iPhone quasi von Apple befreit, gehen Apple damit Umsätze und Gewinne verloren. Der User kann sich seine Programme woanders besorgen und zahlt nicht an Apple. Bedenkt man nun, dass der Kunde bereits viele hundert Euro für sein Gerät bezahlt hat, so finde ich sollte er auch das Recht haben damit zu tun was er will. Ob er es in den Mixer steckt, oder die Hardware hackt, sollte ihm überlassen sein.

Um nun zum Hacker Geohot zurück zu kehren, Geohot hat die Playstation gehackt und wurde von Sony gejagt wie ein Schwerverbrecher. Das war sehr medienwirksam und hat Sony mit Sicherheit Sympathien gekostet. Nun allerdings kommt die Nachricht, dass Geohot ein Berater für Sony wird.

路邊撿到的....
Bild von http://www.flickr.com/photos/clsung/

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen finde ich gut, dass Sony erkannt hat, dass es klüger ist mit Hackern zusammenzuarbeiten, als eine Hexenjagd zu veranstalten.
Auf der anderen Seite frage ich mich, in welche Richtung die Beratung von Geohot geht? Hilft er dabei die Playstation besser zu machen, oder hilft er Sony dabei Hackern, wie er einer ist, das Leben noch schwerer zu machen? In jedem Fall hat es sich für Geohot gelohnt. Er ist quasi rehabilitiert und wird vermutlich auch einen gut dotierten Beratervertrag haben.

Und so geht die Hassliebe zwischen Hackern und Unternehmen in eine weitere Runde. Es bleibt spannend.

Montag, 30. April 2012

Apple Wachstum verlangsamt sich

Die Jungs aus Cupertino sind absolut erfolgsverwöhnt. Die letzten Jahre zeigen eine fast schon irreal wirkende Erfolgsstory von Apple. Doch nach jedem Aufstieg folgt auch der Fall. Das ist ein Naturgesetz und läßt sich auch nicht von Apple beeinflussen.

Die negativen Schlagzeilen verfolgen Apple immer wieder und dennoch konnten diese keinen ernsthaften Schaden an dem Börsenliebling anrichten. Wir erinnern uns an Antennagate bei dem iPhone 4, den Tod von dem Applepapst Steve Jobs, der Marketinglüge mit dem 4G beim neuen iPad. All das konnte das Wachstum von Apple nicht bremsen.
Doch irgendwann ist der Punkt erreicht, da kann man nicht mehr größer werden und es kann nur noch eine Richtung geben: Bergab! Die negativen Schlagzeilen lassen nicht nach und langsam zeigen diese auch Wirkung. Bedingt durch das immense Wachstum auf breiter Front, sind die Apple-Systeme nun auch für Hacker und die Programmierer von Schadsoftware interessant geworden. Macs galten in der Vergangenheit als unverwundbar was die Sicherheit anging und die Macuser blickten immer sehr abwertend auf die Windowsuser, sie hielten sich für was besseres. Doch nun müssen sie schmerzlich feststellen, dass die Macs eben nicht unbesiegbar sind, sondern einfach nicht wichtig genug waren für die Hackerszene. Die geringe Anzahl von Macs war den Aufwand nicht wert. Nun stellt sich heraus, dass Apple diesen Cyberangrriffen praktisch schutzlos ausgeliefert ist. Den Krisenmanagementvorsprung von 10 Jahren von Microsoft kann man nicht über Nacht aufholen. Das nagt mit Sicherheit an der Appleseele, doch die Jungs aus Cupertino kommen langsam in der Wirklichkeit an. Die Agentur Forrester prognostiziert bereits den langsamen Abstieg des jetzigen Primus.

WWDC 2012. Apple addict are welcome.
Bild von http://www.flickr.com/photos/esharkj/

Zusätzlich zu diesem Umstand kommen noch die Erfolgsmeldungen vom Konkurrenten Samsung. Der große Rivale ist nun größter Handyhersteller weltweit und hat die Ära Nokia abgelöst. Wenn man einen Gegner nicht besiegen kann, sollte man sich mit ihm verbünden. Was nach Kriegstaktik klingt, wendet Apple nun an und kehrt an den Verhandlungstisch mit Samsung zurück um die unsäglichen Patentkriege beizulegen.
Wir erleben nun die ersten Anzeichen für meine bereits hier prophezeiten schlechteren Zeiten für Apple. Es ist unvermeidlich, dass wenn ein Unternehmen derart schnell wächst und sogar zeitweise das wertvollste Unternehmen der Welt ist, auch irgendwann der Fall kommt. Ich sage für das Jahr 2014 erste größere Entlassungswellen für Apple voraus. Mal sehen ob ich damit richtig liege.
Nicht, dass ich schadenfroh bin, aber ich kann einfach die Arroganz von Apple und den angeblich so kreativen und coolen Applefanboys nicht ausstehen. Nach Hochmut kommt der Fall...

Sonntag, 29. April 2012

Ariane Friedrich - Facebook Selbstjustiz

Das Thema Mobbing und Stalking hat im Internet eine neue Dimension erreicht. War es vor dem Internet immer notwendig der zu mobbenden Person nahe zu sein, so ist es heutzutage nicht mehr notwendig. Es ist sozuzsagen möglich jemanden am anderen Ende der Welt zu mobben oder zu stalken.

Der Fall Ariane Friedrich zeigt nun auch die möglichen Folgen für Stalker. Was war passiert? Ariane Friedrich hat angeblich mehrfach obszöne Mails von einem männlichen Fan erhalten. Dieser hat Fotos von seinen Genitalien versendet und Ariane Friedrich damit massiv belästigt. Diese ist selbstverständlich den normalen Weg gegangen und hat Anzeige erstattet. Soweit, so normal. Der Stalker bekommt so immer erst eine indirekte Reaktion auf sein beschämendes Verhalten. Irgendwann gibt es Post von der Polizei und eventuell ein Verhör, anschließend Post von der Staatsanwaltschaft und eine kleine Geldstrafe. All das scheint bisher wenig abschreckend für Stalker zu sein.
Doch Ariane Friedrich wollte sich damit nicht zufrieden geben und ist in die Offensive gegangen.

ISTAF Berlin 2010
Bild von http://www.flickr.com/photos/az1172/

Sie veröffentlichte die Mails von ihrem Stalker inklusive seines Namens und seiner Daten. Somit drängte sie ihren Stalker in die Defensive. Dieser sollte ebenso hilflos vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Da Ariane Friedrich diese Daten auf ihrer Facebookseite veröffentlichte, war ihr große Aufmerksamkeit gewiß. Die Reaktionen auf diese digitale Selbstjustiz brachten Ariane Friedrich nicht nur positive Reaktionen. Es gab auch viele User, die diesen Vorstoß als nicht angebracht empfanden und entsprechend negativ reagierten. Der Tenor war, dass das Opfer damit selbst zum Täter geworden ist.
Mittlerweile ist die Facebookseite offline, doch der Shitstorm, der dadurch ausgelöst wurde, wird Ariane Friedrich noch weitaus länger verfolgen. Das Internet ist nicht nur ein besonders aktuelles Medium, sondern auch ein Medium, das die Informationen auf einen langen Zeitraum verfügbar macht. Das heißt, dass dieser Fall vermutlich auf ewig mit Ariane Friedrich in Verbindung bleiben wird.

Was hat es also für Ariane Friedrich gebracht? Außer einer kurzfristigen Genugtuung dem Täter die Tat heimgezahlt zu haben, eigentlich nur negative Aspekte. Sie wird nun mit diesem auf einem ähnlichen Level wahrgenommen. Damit hat sie genau genommen das genaue Gegenteil erreicht von dem was sie eigentlich wollte und Sympathien eingebüßt. Und das bringt uns wieder zu der allgemein gültigen Weisheit zur Nutzung des Internets: Veröffentliche niemals Daten aus einer emotionalen Laune heraus. Das gilt besonders für Menschen die von öffentlichem Interesse sind. Denn die Reaktionen hat man dann nicht mehr unter Kontrolle. 
Selbstjustiz ist auch in diesem Fall nicht zielführend.